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Das „papierlose Büro” liegt noch in weiter Ferne © Chris Haderer

Helmut Pfeifenberger, Geschäftsführer von Brother Österreich: „Unternehmen ziehen keine Konsequenzen aus NSA-Leaks.”

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Helmut Pfeifenberger, Geschäftsführer von Brother Österreich: „Unternehmen ziehen keine Konsequenzen aus NSA-Leaks.”

Christoph fellmer 12.06.2015

Das „papierlose Büro” liegt noch in weiter Ferne

Brother Die „Mobile Worker-Umfrage 2015” bestätigt, dass im täglichen Bürobetrieb auf hohem Niveau gedruckt wird

Mobile Endgeräte ersetzen klassische Arbeitsgeräte nicht, sondern ergänzen sie in großem Umfang.

Wien. Der Druckerhersteller Bro-ther hat seine jährliche Printer-Umfrage zur „Smart Worker 2015”-Umfrage erweitert. Insgesamt 8.000 Personen wurden zur aktuellen Ausgabe über ihre Arbeitsweisen im Büroalltag befragt. „Wichtige Erkenntnis: Mobile Geräte wie Smartphone und Tablet werden inzwischen beruflich häufig genutzt”, sagt Helmut Pfeifenberger, Country Manager Brother Österreich. „Sie ersetzen dabei aber nicht klassische Arbeitsmittel wie Desktop-PCs oder bedrucktes Papier, sondern ergänzen diese. Auch 2015 ist die Vision vom papierlosen Büro in weiter Ferne.”

Papier und Büro

Schon 1975 wurde prognostiziert, dass die Einführung von Computer und elektronischer Datenverarbeitung das bedruckte Papier aus der Arbeitswelt verbannen wird. Die Smart Worker-Umfrage nahm dieses 40-jährige Jubiläum zum Thema „papierlosen Büro” zum Anlass und befragte IT-Entscheider, aber auch Büro-Anwender, wie und welche Arbeitsmittel sie im Büro einsetzen. Das überraschende Ergebnis: Kaum ein Arbeitsplatz ist papierlos, im Gegenteil: Gedruckt wird beständig und auf hohem Niveau. So sagen 45% der befragten Büro-Anwender, dass sie in etwa gleich viel drucken wie noch vor zwei Jahren. Nur 27% sagen, dass sie weniger Papier im Büro drucken im Vergleich zu vor zwei Jahren.
Das papierlose Büro ist also 2015 immer noch nicht Büroalltag – was verwundern mag: Denn gleichzeitig stellt die Smart Worker-Umfrage 15 fest, dass moderne, mobile Endgeräte mittlerweile mehrheitlich fest im Beruf integriert sind. So nutzen inzwischen 59% der befragten Berufstätigen geschäftlich ein Smartphone, ebenfalls 59% ein Notebook, 30% sogar ein Tablet. Berufliche Daten sind also mobil verfügbar, die Mitnahme von Papier nicht mehr zwingend notwendig. Trotzdem halten Wissensarbeiter an ihren Druckgewohnheiten fest. „Anhand der Umfrage-Ergebnisse lässt sich erkennen, dass für Anwender ‚Smartes Arbeiten' nicht bedeutet, dass mobile Geräte klassische Arbeitsmittel ersetzen”, fasst Pfeifenberger zusammen. „So würden nur 22% der Befragten ihren Desktop-PC durch ein Notebook oder Tablet ersetzen wollen. Die Umfrage-Ergebnisse deuten darauf hin, dass mobile Geräte, wie Smartphones, Tablet und Notebook, die alten Arbeitsmittel ergänzen, es also in der Konsequenz eher mehr Gerätevielfalt in der IT-Landschaft gibt, dafür die papierlose Revolution aber noch auf sich warten lässt.”

Snowden-Konsequenzen

Auch Sicherheit war bei der heurigen Umfrage ein Thema – explizit wurde gefragt, welche Konsequenzen IT-Entscheider aus den Veröffentlichungen und den Überwachungsvorwürfen gegenüber BND, NSA, GCHQ gezogen haben. „Nicht viele”, kommentiert Pfeifenberger. „71% der befragten IT-Entscheider sagen, dass die Veröffentlichungen rund um die NSA Leaks keine Auswirkungen auf ihre tägliche Arbeit hatten.” Die Sicherheitsmaßnahmen in Unternehmen sind dementsprechend eher auf alltägliche Schutzmaßnahmen ausgerichtet – die populärste Schutzmaßnahme ist die Installation eines Virenscanners auf dem Client (97%), gefolgt von Login-Passwörtern für User (84%), sowie eine aktivierte Software-Firewall auf dem Client (78%). Interessanterweise werden Insider-Angriffe als weniger relevant betrachtet. So werden Downloads der Anwender selten unterbunden (15%), selbst das Unterbinden von USB-Sticks am Client ist eher eine Seltenheit (22%). Das deutet auch darauf hin, dass IT-Entscheider Angriffe von innen kaum als Gefahr sehen – wobei die Realität allerdings eine etwas andere Sprache spricht.

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