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Europa holt bei LTE-Dichte auf © panthermedia.net/Oleksiy Mark

Bedeutung von LTE gewinnt in Europa, aber Penetration noch klar hinter Nordamerika.

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Bedeutung von LTE gewinnt in Europa, aber Penetration noch klar hinter Nordamerika.

Christoph fellmer 26.06.2015

Europa holt bei LTE-Dichte auf

Ericsson Laut dem aktuellen Mobility-Report des Telekom-Anbieters soll die LTE-Durchdringung in Europa bis zum Jahr 2020 auf 85 Prozent ansteigen

Im Vorjahr lag der Anteil an LTE-Anschlüssen in Europa bei nur 15 Prozent.

Wien. Die neueste Ausgabe des Mobility-Reports von Ericsson zeigt, dass bis 2020 moderne Mobilfunktechnologien auf der ganzen Welt zum Alltag gehören werden: Die Zahl der Anschlüsse, die per Smartphone genutzt werden, wird sich bis dahin mehr als verdoppelt haben und bei 6,1 Milliarden liegen. 70 Prozent der Weltbevölkerung werden Smartphones nutzen und 90 Prozent über mobile Breitbandnetze versorgt werden. In Japan und Südkorea basierten Ende 2014 bereits 45 beziehungsweise 70 Prozent der Mobilfunkanschlüsse auf der LTE-Hochgeschwindigkeitstechnik. In Nordamerika lag diese Zahl 2014 bei 40 Prozent, in Westeuropa erst bei rund 15 Prozent. Bis 2020 soll der Anteil der LTE-Anschlüsse in Westeuropa sich allerdings auf dann 85 Prozent fast versechsfachen. In ganz Europa wird die Zahl der LTE-Anschlüsse dann bei rund 700 Millionen liegen. Gleichzeitig soll sich die Zahl der Anschlüsse, die in Europa per Smartphone genutzt werden, auf 830 Millionen fast verdoppelt haben.

LTE in Europa

„Im Vergleich zu Nordamerika und anderen Ländern der Welt, die diese Technik bereits früh eingeführt haben, liegt Westeuropa heute noch bei der LTE-Penetration zurück”, sagt Valter D’Avino, Leiter der Region West- und Zentraleu-ropa bei Ericsson: „In Nordamerika erreichte sie Ende 2014 bereits 40 Prozent gegenüber rund 15 Prozent in Westeuropa. Diesen Rückstand wird Westeuropa jedoch bis zum Jahr 2020 fast aufgeholt haben. Diese Erfahrung aus der Vergangenheit zeigt, wie wichtig es ist, neue Technologien wie den künftigen 5G-Standard frühzeitig einzuführen.”
Mit der wachsenden Verbreitung von Smartphones geht ein beschleunigter Anstieg der weltweiten Datennutzung einher. Die über Smartphones übertragene Datenmenge wird nach Prognosen des Reports bis 2020 um das Zehnfache zunehmen. Dann werden 80 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs auf der Welt von Smartphone-Nutzern generiert. Die durchschnittliche monatliche Datennutzung pro Smartphone wird beispielsweise in Europa bis zum Jahr 2020 von aktuell 1,2 GB auf 6,5 GB ansteigen.

Mobile Datennutzung

Bis 2020 wird das Volumen der mobil übertragenen Videodaten jedes Jahr um atemberaubende 55 Prozent steigen und schließlich 60 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs ausmachen. Dieses Wachstum rührt größtenteils daher, dass die Nutzer einerseits Streaming-Dienste präferieren und dass sich andererseits die Einbettung von Videos in Onlineinhalten immer mehr durchsetzt, etwa bei Nachrichten, Werbung und den Sozialen Netzen.
Bei der Datennutzung in entwickelten Mobilfunkmärkten zeigt der Report, dass ein wesentlicher Anteil des Datenvolumens durch eine begrenzte Zahl von Nutzern erzeugt wird. Diese intensiven Datennutzer stellen zehn Prozent der Teilnehmer dar, verursachen aber 55 Prozent des gesamten Datenverkehrs. Den größten Anteil nimmt dabei der Videokonsum ein, den der typische Vielnutzer 2014 üblicherweise etwa eine Stunde pro Tag nutzte – das war 20 Mal mehr als der Durchschnittsnutzer.

Umfangreiche Prognosen

Mit dem Mobility-Report macht Ericsson Prognosedaten, Untersuchungen und Erkenntnisse zum mobilen Datenverkehr, zu Teilnehmerzahlen und zum Verbraucherverhalten zugänglich, um aktuelle Trends in der vernetzten Gesellschaft aufzuzeigen. Ericsson führt regelmäßige Verkehrsmessungen in über 100 Kommunikationsnetzen in allen wichtigen Regionen der Welt durch. In einer ausgewählten WCDMA-Umgebung, beziehungsweise in HSPA- und LTE-Netzen, werden auch detaillierte Messungen vorgenommen, um unterschiedliche Muster beim Datenaufkommen zu erkennen. Ergänzend zum Mobility-Report hat Ericsson das sogenannte Traffic Exploration-Tool entwickelt, mit dem sich aus den Daten des Reports interessenbezogene oder nach Regionen gefilterte Grafiken und Tabellen erstellen lassen.

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