TECHNOLOGY
US-Unternehmen sind Auslandsmillionäre
10.04.2015

US-Unternehmen sind Auslandsmillionäre

J. P. Morgan Laut aktuellen Zahlen haben amerikanische Firmen 1,82 Billionen € auf ausländischen Konten geparkt

Reich im Ausland: Tim Cook, Apple.

Wien. Amerikanische Unternehmen parken ihr Geld recht gern im Ausland. Laut einem aktuellen Report von J. P. Morgan lagern US-Unternehmen insgesamt mehr als zwei Billionen Dollar (ca. 1,82 Billionen €) auf Konten außerhalb ihrer Nationalgrenzen. Spitzenreiter ist dabei der Elektronikhersteller Apple, der 143,9 Mrd. € im Ausland eingelagert hat (das Unternehmen erzielt auch etwa 65 Prozent seiner Einnahmen außerhalb der USA). Zweitplazierter im J. P. Morgan-Ranking ist Microsoft mit 74,87 Mrd. €. Der Google-Konzern folgt mit 39,29 Mrd. € erst auf Platz Fünf (siehe auch Infografik).

Kapitalflucht vermeiden

Zwar müssen im Ausland erzielte Einkünfte von US-Firmen dort versteuert werden, wo sie erzielt werden – allerdings würde auch ihre Rückführung in die Vereinigten Staaten mit Kosten verbunden sein: Immerhin 35 Prozent verlangt die amerikanische Steuerbehörde von ihren Schäfchen. Um eine weitere Kapitalflucht zu vermeiden, wird in den USA daher derzeit eine Gesetzesänderung diskutiert, die eine Reduzierung der Steuerbelastung für rückgeführte Gelder auf 6,5 Prozent bewirken soll. Eine ähnliche Lösung wurde bereits im Jahr 2004 kurzfristig umgesetzt – allerdings mit etwas düsteren ­Folgen, denn die Hauptprofiteure des reduzierten Steuersatzes fuhren in den kommenden Jahren ihre Investitionen in den USA dramatisch nach unten und bauten außerdem noch Personal ab.

Europäische Politik

Nicht immer unumstritten ist auch die europäische Steuerpolitik verschiedener US-Firmen, die ihre lokalen Vertretungen in Steueroasen ansiedeln und damit die in Online-Shops erzielten Erträge aus den jeweiligen Ländern abziehen. Mehrfach unter Beschuss stand in der Vergangenheit beispielsweise Apple wegen der im iTunes-Store erzielten Umsätze. Auch Google und Facebook mussten sich mehrfach Vorwürfe gefallen lassen, sie würden ihre Einkünfte wissentlich verschleiern, um die europäischen Steuerbehörden zu hintergehen.

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